Nachhaltigkeit
die bewegt aus überzeugung

Think in (Bi-)Cycles

Jedes unserer E-Lastenfahrräder ist ein Statement für die Kreislaufwirtschaft. Durch die Wiederverwendung alter Stahlrahmen reduzieren wir bewusst den Verbrauch neuer Ressourcen und setzen ein Zeichen für regionale Wertschöpfung. Unsere Produkte sind nicht nur langlebig, sondern auch für jede denkbare Alltagessituation gemacht.

Rahmen erhalten, Ressourcen sparen.

Anstatt Stahlrohre für die E-Lastenfahrräder neu zu produzieren, setzen wir auf die lokale Beschaffung und Wiederverwendung ausgedienter Stahlrahmen von alten bzw. kaputten Fahrrädern, bei denen sich die Reparatur nicht mehr lohnt. Solche Fahrräder werden an Abstellständern, in Fahrradkellern oder sonstwo schnell zur Last.

Der überwiegende Teil der Stahlrahmen wurde über Jahrzehnte aus der gleichen Stahlsorte („25CrMo4“) und mit ähnlichen Rohrdurchmessern hergestellt. Hauptsächlich hat man sich auf vier unterschiedliche Durchmesser bei den Herstellern geeinigt –  Ideal für die weitere Verwendung für RELOADED cargobikes. So können Lastenfahrradrahmen mit identer Gestalt entstehen. Wir reduzieren unnötige Schrottmengen und vermeiden die energieintensiven Prozesse des Schrotttransportes, des Wiedereinschmelzens und der Neufertigung von Rohren. Die Wiederverwendung spart Ressourcen und minimiert den CO₂-Fußabdruck des Produktionsprozesses des E-Lastenfahrrades erheblich.

Im gesamten Lebenszyklus von RELOADED wird somit der Beitrag zur Klimabilanz positiv beeinflusst – von der Fertigung, über die alltägliche Nutzung bis hin zur Wartung. Gleichzeitig bleibt die Qualität unverändert hoch, da Sicherheitskomponenten und Verschleißteile wie Reifen von etablierten, europäischen Herstellenden verbaut sind.

Jedes Lastenfahrrad von RELOADED:

Rahmen upcycelt
0
CO2eq eingespart
0 kg
*verglichen mit einem konventionell hergestellten Lastenfahrrad
Auto weniger
5

Nachhaltigkeitsbericht

Kreislaufwirtschaft ist mehr als ein Schlagwort – es ist unser Versprechen an die nächste Generation.

Unser Nachhaltigkeitsbericht mit Lebenszyklusanalyse ist gerade in Arbeit – bald findest du hier spannende Einblicke in unsere Arbeit und die Umweltauswirkungen unserer Lastenfahrräder.

Du möchtest mehr über Circular Economy erfahren? Dann ist dieser Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Erik G. Hansen der „Scientists for Future Österreich“ vielleicht etwas für dich: AUF YOUTUBE ANSEHEN

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft:
Unsere Kooperationen

RIFA Altstoffverwertung

Alte Schätze, neu gedacht: Dank unserer Kooperation mit der RIFA können wir regionale Stahlrahmen aufwerten und in hochwertige Lastenfahrräder verwandeln. Die RIFA sammelt ausrangierte Fahrräder aus der Region und sorgt dafür, dass diese nicht im Schrott landen, sondern ein neues Leben beginnen.

Für uns ist diese Zusammenarbeit ein entscheidender Schritt, um die regionale Wertschöpfung zu stärken und gleichzeitig die Umwelt zu entlasten. Jedes Rad, das wir mit der RIFA umsetzen, trägt eine Geschichte aus der Region in sich – und wird zum Symbol für eine nachhaltige und bewusste Mobilität.

Wolfmair Pulverbeschichtung

Prozessbedingt hält die Firma Wolfmair Restbestände von hochwertigen Pulverlacken für Industriekund*innen auf Lager. Diese treten dann bei der Pulverlackierung der RELOADED-Rahmen in Aktion. Da Pulverlacke oft in großen Chargen bestellt werden müssen, trägt unsere Zusammenarbeit mit Wolfmair dazu bei, dass zusätzliche Ressourcen geschont werden.

Fahrradküche Graz

Die Fahrradküche Graz setzt sich für Hilfe zur Selbsthilfe beim Thema Fahrrad ein und bietet Ihre Ressourcen allen Menschen an, die an ihrem Fahrrad schrauben und daran etwas reparieren möchten.

Sind alte Stahlrahmen überhaupt noch geeignet für die Wiederverwendung?

Achtung, lange Antwort.

Es kommt auf jedes individuelle Fahrrad an, ob es sich als Material für einen RELOADER eignet. Wenn die alten Fahrräder zu mir kommen, werden sie in Einzelteile zerlegt, damit der Rahmen weiterverarbeitet werden kann. Die anderen Komponenten werden entweder dem Recycling zugeführt, aufbewahrt, oder kommen bei Fahrradwerkstätten als Ersatzteil zum Einsatz.

Jedes Stahlrohr wird mehreren „Qualitätskontrollen“ unterzogen. Zuerst wird mit einer Sichtprobe entschieden, ob das Rohr Ausschlusskriterien wie z.B. Rost, Beulen, Schürfspuren, etc., aufweist. Nachher werden aus jedem Rohr Materialproben herausgesägt und mit einer Prüfmaschine auf mechanische Eigenschaften (Streckgrenze, Zugfestigkeit) getestet. Mit diesen erhobenen Daten wird entschieden, ob es sich um das richtige Material für den Rahmenbau handelt. Bekommt so ein Rohr „das grüne Licht“, werden alle geraden Rohrstücke aufgehoben, entlackt und innen gereinigt. Das Entlacken passiert aktuell noch von Hand in einer Kabine mit Luftabsaugung. Generell hat der gesamte Ablauf überall noch viele Möglichkeiten zur Verbesserung.

Die Rohre müssen teilweise mit weiteren Rohren verbunden werden, um die erforderlichen Längen zu erhalten. Hier werden die Rohre miteinander verschweißt und bekommen auf der Rohrinnenseite eine Hülse, die mitverschweißt wird. So ist die Fügestelle sogar stärker als das Rohr allein. Welche Rohre mit welcher Länge miteinander verschweißt werden, bestimmt ein von mir erstelltes Computerprogramm, welches die ideale Kombination aller vorhandenen Rohrstücke erstellt, damit so wenig wie möglich Rohrmaterial verschwendet wird.

Achtung, lange Antwort.

Kurze Antwort: Ich versuche es so gut es geht, habe aber noch vieles vor.

Aufgrund der Kleinheit meiner Unternehmung bin ich (leider noch) nicht in der Lage, alle meine Vorstellungen zur Nachhaltigkeit umzusetzen. Beim Rahmen mit seiner systematischen Herstellung aus alten Stahlrohren und vollständig in Österreich kann ich bereits ein Exempel setzen, dass auf diese Art und Weise noch nirgends umgesetzt wird.

So kommen die Akkus und Motoren noch aus Asien und viele Fahrradkomponenten kommen vom globalen Weltmarkt, was ziemlich unzufriedenstellend ist. Denn der Transport aller Teile hat einen sehr großen Anteil an der Umweltbilanz.  Meine Entscheidungen fallen damit bei zugekauften Komponenten im ersten Schritt auf das „geringste Übel“, bei dem ich neben der Herkunft weitere Faktoren stärker gewichte: Das betrifft beispielsweise die Reparaturfähigkeit von wichtigen (und gerade oft auch die unnachhaltigen) Komponenten wie Motor und Akku (Elektronik). Hier lege ich Wert darauf, dass ich dennoch Motoren und Akkus wähle, die sich durch eine robuste Bauweise auszeichnen und hier in Österreich im Ökosystem vieler Anbieter*innen (z.B. Unternehmen für Motor- bzw. Akku-Reparatur) als reparaturfreundlich gelten und sich gut einbetten lassen. Mit allen diesen Unternehmen in Kontakt zu kommen und Informationen über gute Motoren/Akkus auszutauschen, sehe ich als wichtige Arbeit beim Ansatz meiner Lastenfahrräder. Nichtsdestotrotz besteht unumstritten mein Ziel, alle Komponenten nachhaltig und in Europa hergestellt zu bekommen.

Ferner befolge ich den Grundsatz, dass jeder Gegenstand sowohl Material als auch Wertschöpfung beinhaltet. Beides sind Eigenschaften, bei denen es sich lohnt, sie zu erhalten. Wenn ein Fahrrad nicht mehr funktioniert, soll es repariert werden. Wenn ein Fahrrad nicht mehr repariert werden kann, ginge viel an Wertschöpfung verloren, wenn davon intakte Teile oder die Rahmenrohre gleich verschrottet werden. Hier setzt RELOADED an und versucht, so viel Material und Wertschöpfung wie möglich zu erhalten. Diese Gedanken basieren auf den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft.

Somit ist es auch Teil meiner Vision, dass von den Fahrrädern, die ich verwerte, auch die abfallende Materialien wieder hochwertigen Kreisläufen zugeführt werden, wie z.B. der Herstellung neuer Reifen aus altem Reifenmaterial durch z.B. die Firma Schwalbe.

Auch Energie für die Herstellung (z.B. Strom und Wärme) ist in diesem Zusammenhang äußerst wichtig. Hier denke ich an die Versorgung der Werkstatt mit Strom aus Photovoltaik (noch nicht erfolgt) oder Niedrigtemperatur-Pulverlacke, die bei Temperaturen im Ofen am Rahmen einbrennen, welche niedriger sind als bei konventionellen Pulverlacken (wird bereits umgesetzt).

Achtung, lange Antwort.

Kurze Antwort: Es gibt noch keine konkreten/genauen Daten, aber eine Abschätzung.

Eine Lebenszyklusanalyse (LCA) nach ISO 14044 ist Grundvoraussetzung für die Erhebung und Beurteilung des qualitativen Umwelteffektes. Die Datenlage zu LCAs von E-Lastenfahrrädern im europäischen Kontext ist schlecht. Allerdings wurde 2022 eine LCA am Beispiel eines niederländischen E-Lastenfahrrades mit Aluminiumrahmen in einer Masterarbeit an der Uni Graz durchgeführt (Papon, Roy. Environmental Life Cycle Assessment of family/cargo E-bike: A cleaner solution for urban mobility. Master thesis, Institute of Systems Sciences, Innovation and Sustainability Research, University of Graz, 2022).

Hierbei kam heraus, dass durch die gesamte Produktion (Rahmenherstellung in Vietnam, Teilzusammenbau in Litauen, Endzusammenbau in Amsterdam) ca. 604 kg CO2eq anfallen. Der Autor weist darauf hin, dass während der Produktion ein Stahlrahmen halb so viel CO2-Äquivalent beitragen würde als ein Aluminiumrahmen. Der zweitgrößte „Posten“ macht der Gebrauch mit ca. 112 kg CO2eq aus (gerechnet über 10 Jahre Nutzungsdauer). Hierin sind Reifen- und Bremsenverschleiß mitberücksichtigt. An dritter Stelle wird der Transport und Versand des fertigen E-Lastenfahrrades aus Amsterdam zu den Kund*innen in Europa mit ca. 33 kg CO2eq angeführt. Weiters kommt der Autor zum Schluss, dass ressourcenkritische Komponenten wie Akku und Motor starken Einfluss auf das CO2eq im Recycling haben.

Aus der LCA der Masterarbeit und der darin recherchierten Literatur lassen sich viele andere wichtige Erkenntnisse entnehmen, allerdings ist die hier relevante Hauptaussage, dass die Produktion den größten Beitrag zum CO2-Equivalent des E-Lastenfahrrades besitzt und dass Stahlrahmen besser als Aluminiumrahmen abschneiden.

Man muss anmerken, dass in der Masterarbeit leider enorm spärlich mit der Information umgegangen wird, wie und wo genau alle notwendigen Daten und Parameter in das verwendete LCA-Programm „Simapro 9.3 LCA software“ von PRé Sustainability geflossen sind. An dieser Arbeit lassen sich noch weitere Kritikpunkte finden, welche aber hier nicht genannt werden und für die hier wichtigen Hauptaussagen nicht relevant sind.

Im konkreten Fall von RELOADED kann allerdings argumentiert werden, dass durch die Wiederverwendung alter Fahrradrahmen von lokalen Altstoffverwertern in Österreich vorhandene Ressourcen neu genützt, Transportwege eingespart und Abfälle reduziert werden, die im gesamten Prozess der Bereitstellung komplett neuer Materialien entstehen würden.

Materialkreisläufe wie diese aus der Kreislaufwirtschaft („cradle-to-cradle“) sind sehr individuell und komplex in ihrer Klimabilanz. Ein Beispiel lässt sich bei den Fahrradreifen nennen: Für die Produktion des E-Lastenfahrrades werden beim Zerlegen der alten Fahrräder die Reifen recycelt. Das fließt auch positiv in die Klimabilanz mit ein. Ein weiteres Beispiel: Bereits jetzt wird bei der Pulverbeschichtung des Lastenfahrradrahmens beabsichtigt, die Umweltkompetenzen der Firma Wolfmair („Wolfmair Pulverbeschichtung“ in Goldwörth, OÖ) stark zu nutzen. Hier wird bereits die Verwendung von Pulvern gewählt, die bei niedriger Einbrenntemperatur (und damit weniger Energieverbrauch) eingebrannt werden. Auch der Nutzen von prozessbedingten Pulverüberschüssen von anderen Aufträgen wird durchgeführt; Diese sind mengenmäßig ideal „zum Aufbrauchen“ für die Rahmen von RELOADED. Beide Optionen besitzen nachweislich keine Qualitätsnachteile und sind daher für die Umweltbilanz der Produktion bei RELOADED cargobikes von großer Bedeutung.

Zusammenfassend wird bei RELOADED wirkungsvoll am größten CO2eq-Verursacher angesetzt (Produktion). Im Vergleich zur vorgestellten Produktion in der Masterarbeit wird die gesamte Produktion eines E-Lastenfahrrades von RELOADED (sehr konservativ) auf ca. 200 kg CO2eq geschätzt. Das bedeutet im Vergleich zu einem herkömmlichen, europäisch erhältlichen E-Lastenrad mit Aluminiumrahmen eine Einsparung von ca. 67% CO2eq. Der Transportweg des fertigen Produktes zu Kund*innen in Österreich ist im Verhältnis ebenso kürzer und wird auf 10 kg CO2eq geschätzt, was eine Einsparung von ca. 70% betragen würde.

Hochgerechnet auf 24 jährlich in Österreich produzierte und in Österreich ausgelieferte E-Lastenfahrräder liegt somit die Einsparung geschätzt bei ca. 10,24 Tonnen CO2eq gegenüber eines E-Lastenrades des internationalen Wettbewerbs.

Ich versuche und hoffe es sehr! Natürlich stehen meine Stückzahlen in keinem Verhältnis zu den anderen Lastenfahrrädern am Markt. Mir ist wichtig, dass diese Unternehmung organisch wachsen kann. Ich freue mich über jeden Auftrag!

Dein Auto wird neidisch sein.

Spring auf – Es könnte der Beginn einer wunderbaren (Fahr-)Beziehung werden!